| |||||||||
Einleitung Nun ich laufe schon seit ca. 10 Jahren aber auch nur sehr sporadisch und unregelmässig. In diesen Jahren lief ich immer wieder mal für eine gewisse Zeit beständig für ein halbes Jahr, manchmal auch viel kürzer und in manchem Jahr vielleicht auch gar nicht. Ich lief meistens 30 Minuten, ganz selten sogar auch mal 45 Minuten. Und eigentlich war ich auch immer ganz froh, die Strecke geschafft zu haben. Ich hatte oft Probleme mich selbst für einen festgelegten Lauf zu motivieren. Ausreden hatte ich immer genug parat, schlechtes Wetter, Regen, Kälte, Schnee, "ist ja schon dunkel heute" und was es da sonst noch an Ausreden gab. Das ganze lief immer Jahr für Jahr so ab, bis zum Mai 2004. Ich las auf einem Plakat von einem Lauf in Fürth "Fürthlauf", die Strecke war 10 km lang und als Lauf für die ganze Familie ausgeschrieben. Ich war neugierig und hatte mir vorgenommen, einfach mal mitzumachen, gelaufen war ich in diesem Jahr noch gar nicht viel, und selbst wenn, dann maximal 30 Minuten. Zwei Tage vor diesem Lauf in Fürth trainierte ich noch ehrgeizig 45 Minuten am Abend. Wie lange die gelaufene Strecke war, wusste ich nicht, ich war aber überzeugt davon, das es acht Kilometer sind. Über Ernährung und Trinken vor dem Sport und nach dem Sport hatte ich schon ein bisschen gelesen. Über einen Pulsmesser verfügte ich auch, allerdings musste der ausgerechnet zu dieser Zeit seinen Geist aufgeben. Die Strecke in Fürth war so angelegt, das die Strecke 5 Kilometer lang war, man musste diese also zwei Mal laufen. Es gab bei der Anmeldung noch ein schönes Funktionsshirt dazu. Es waren wohl ungefähr 600 Läufer am Start, Startschuss war um 10 Uhr. Ich lief die erste Runde ganz gut, war aber erstaunt darüber, das dies wirklich 5 Kilometer sein sollten. Mir kam die Strecke einfach viel, viel grösser vor, mir war gar nicht wohl beim Gedanken, diese Runde nochmals laufen zu müssen. Vereinzelt sah man auch, bedingt durch den Streckenverlauf, das viele schon weit voran waren, vor allem auch Frauen, was mich ein bisschen frustierte. Erst jetzt war mir richtig klar, wie klein doch tatsächlich meine gelaufenen Strecken waren, ich musste wohl in einer halben Stunde ca. 4 km gelaufen sein. Das war schon deprimierend, die zweite Runde machte mir grosse Probleme, ich musste mich zwingen, durchzuhalten und wurde auch immer langsamer. Mein Timing schien auch nicht gerade gut gewesen zu sein, aber auch nicht leicht, denn beim Start erliegt man schnell der Versuchung, mit dem Feld mitzuhalten. Die letzten zwei Kilometer verliefen schleppend, aber ich kam ins Ziel und war erst einmal riesig erleichtert, die Strecke tatsächlich geschafft zu haben. Nach Zieleinlauf bekam man auch gleich eine Urkunde mit vermerkter gelaufener Zeit in die Hand gedrückt. Es waren 60 Min. für 10 km, begeistert war ich nicht, das lag aber daran, das ich bis zu diesem Zeitpunkt keine Vorstellung von gelaufenen Kilometern im Training hatte. Es folgte am nächsten Tage ein riesengrosser Muskelkater. Aber etwas hatte sich zu diesem Zeitpunkt geändert .... ich hatte "Blut geleckt" und wollte mehr ..... wie ging es weiter Beflügelt durch den Lauf in Fürth, fing ich an zu trainieren, einen Pulsmesser hatte ich immer noch nicht, aber zu diesem Zeitpunkt wollte ich mir das Geld einfach sparen. Ich lief in ersten Trainingseinheiten 45 min. Eines Abends im Mai 2004 las ich im Internet von einem Marathonlauf in der Fränkischen Schweiz der am 5. September 2004 stattfindet, u. a. wurde auch ein Lauf über 16 km angeboten. "Denn musst du laufen, das könnte zu schaffen sein" dachte ich mir und habe mich auch gleich online bei diesem Lauf angemeldet. Ich suchte im Internet nach Trainingsplänen, da ich nicht wusste, wie ich für so einen Lauf trainieren sollte. Ich fand viele, aber die meisten waren mir entweder zu umständlich oder ich verstand sie einfach nicht. Ich wurde auf die Internetseite von www.laufcampus.com aufmerksam und fand einen Trainingsplan für einen Halbmarathonplan, der mir sehr gut gefiel. Es sollte dreimal die Woche trainiert werden, der Plan selbst war auf zwölf Wochen ausgelegt und auch die zu laufende Strecke war anfangs klein und zu schaffen. Da ich mich für den 16 km nun angemeldet hatte, war mir klar, das ich ernsthaft trainieren muss, um diese Strecke überhaupt bewältigen zu können. Meine bisherigen Laufschuhe waren schon ziemlich alt, bestimmt zwei Jahre. Ob diese überhaupt für mich geeignet waren, wusste ich nicht. Wenn ich einen Schuh benötigte, ging ich in ein Kaufhaus und kaufte einen möglichsten günstigen Schuh. Ich lass in Zeitschriften von Sportgeschäften, die Video-Laufanalysen machen, um einen möglichst optimalen Laufschuh zu haben. Ein Arbeitskollege empfahl mir den Sportladen Finish Line in Nürnberg. Also ab in den Laden, Laufanalyse machen, die alten Schuhe musste ich mitnehmen (waren für mich gar nicht geeignet laut Verkäufer). Ich wusste jetzt, das ich ein Normalfussläufer bin und an der Ferse Stabilität brauche. Ich probierte eine Reihe von Schuhen und kaufte mir dann auch den "Brooks Adrenaline GTS" für ganze 116 Euro !!!! Aber es zeigte sich beim Laufen, das dieser Schuh sein Geld wert ist, man läuft einfach sehr gut damit. Am 18.05.04 wurde auch ein Lauftreff in unserer Firma gegründet, ich entschloss mich auch daran teilzunehmen. Geplant war ein Lauf pro Woche, der immer Dienstags um 17 Uhr stattfindet. Ich trainierte fleissig nach Plan, erste Erfolge stellten sich so nach und nach ein. Ich konnte nach ein paar Wochen bereits Läufe von 60 min. ohne grössere Schwierigkeiten laufen und lief auch schon langsame Dauerläufe bis zu 80 min. Mir fiel auf, das ich immer schneller lief, als im Plan angegeben. Ich musste also auch noch lernen langsam zu laufen, was gar nicht so einfach war. Ich beschäftigte mich viel mit dem Laufen, suchte in Büchern und Internet nach weiteren Informationen und legte mir auch einen Pulsmesser zu, um meine Herzfrequenz ablesen zu können. Eine weitere, für mich, grosse Schwierigkeit war die Tatsache, das ich nie wusste, wie viele Kilometer ich gelaufen bin oder wie ich sicherstellen konnte eine Strecke von 10 km z. B. in 65 min zu laufen. Also kaufte ich mir im Kaufhaus einen Fahrradtacho und bat meine Frau mit dem Fahrrad nebenher zu fahren, und mir den aktuellen Kilometerstand vorzulesen. Immer wenn neue Streckenlängen im Plan standen, fuhr meine Frau mit. Damit war es für mich kein Problem mehr sicherzustellen, das ich auch wirklich die geforderte Streckenlänge lief. Ich hatte mir angewöhnt, ein Lauftagebuch seit meinem ersten Lauf in Fürth zu machen, ich konnte also meine Fortschritte immer wieder mal anschauen. Es standen auch immer wieder Intervalleinheiten im Plan wie z. B. 3 x 2 km in einer schnelleren Zeit zu laufen, anfangs war das schon schwierig, ich war ganz schön ausser Atem. Hinterher stellte ich dann meistens fest, das ich zu schnell gelaufen bin. Anfang Juni las ich von einem Altstadtlauf über 10 km in Lauf. Da ein Arbeitskollege von mir mitlief, entschloss ich mich auch, daran teilzunehmen. Insgeheim rechnete ich mit einer guten Zeit, der Lauf fand am 25.06.04 statt. Am Ende waren es 59 Minuten und 45 Sekunden, also konnte ich nicht gerade von einer deutlichen Verbesserung sprechen, ich war natürlich sehr unzufrieden. Ich trainierte aber weiter, ohne Ausnahmen, ich lies das Training nie ausfallen und auch bei meinem Lauftreff in der Arbeit war ich immer anwesend. Ich las von einem Altstadtlauf in Hersbruck über 10 km der Anfang August stattfinden sollte. Ich hatte mich auch gleich angemeldet und mein Arbeitskollege lief auch wieder mit. Dieser lief am Abend zuvor beim Nachtmarathon in Schnaittach mit, ich war überrascht in tatsächlich am Start in Hersbruck zu sehen. Ich merkte zum ersten Mal auch ein bisschen Neid, denn ich hätte mir auch gewünscht, schon einen Marathon zu laufen, aber das war natürlich noch deutlich zu früh. Ich lief die 10 km in Hersbruck mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 54:43, darauf war ich jetzt natürlich schon etwas stolz. Und bereits 8 Tage später fand ein weiterer Lauf über 10 km in Roth statt, diesmal konnte ich sogar eine Zeit von 53:39 erreichen, obwohl an diesem Tag eine furchtbare Hitze war. Mir gefiel es immer mehr an Wettkämpfen teilzunehmen, musste mich aber auch selbst bremsen, da die Wettkämpfe sehr anstrengend waren, ich hatte meistens Muskelkater hinterher. Der Termin für den Fränkischen Schweiz Marathon rückte näher. Ich hörte von einem 10 km Lauf in Nürnberg am Tiergarten, organisiert von Finish Line. An diesem wollte ich auch teilnehmen und auch mein Arbeitskollege Klaus sagte zu, meinte aber, ich sollte doch einmal die Halbmarathonstrecke (21,1 km) laufen. Die Woche darauf würden die 16 km anstehen, ich überlegte und entschloss mich trotzdem, mich für den Halbmarathon anzumelden. Der Lauf selbst lief gut, die Streckenlänge konnte mich nicht erschüttern. I ch hatte mich drei Wochen vor diesem Lauf entschlossen, nach einem Marathonplan mit einer Endzeit von 4 Stunden, 30 Minuten zu trainieren, es waren anfangs Trainingseinheiten von 18 - 20 km gefordert. Ich hatte also bereits Erfahrung mit längeren Strecken gesammelt. Auslöser für dieses Umschwenken auf einen Marathonplan war, das ich von einem Lauf in Frankfurt im November 2004 über 34 km gelesen hatte. Dieser Lauf ist kein Wettkampf, eine offizielle Zeitmessung ist auch nicht vorgesehen, der Lauf sollte in Gruppen gelaufen werden, die von Pacemakern geführt werden. Die Idee gefiel mir gut und ich hatte mir ernsthaft vorgenommen, an diesem Lauf teilzunehmen. Nach 1:57:33 war der Halbmarathon gelaufen und ich war glücklich und zufrieden, die Strecke in dieser Zeit geschafft zu haben. Meine Vorstellung war, das ich ungefähr 2 Stunden und 5 Minuten brauche. Bei diesem Lauf wurde ich auch auf einen Stand aufmerksam, Team Klinikum Nürnberg. Einen Abend zuvor hatte ich ein paar Informationen davon bereits im Internet gelesen. Ziel dieses Teams ist es, Läufer auf Marathons vorzubereiten oder die Angst vor einem Marathon zu nehmen. Ich hatte nicht vor, demnächst einen Marathon zu laufen, aber neugierig war ich trotzdem. Ich war interessiert, unterhielt mich mit dem Lauftherapeuten und sagte meine Teilnahme für ein Training am Mittwoch zu. Gelaufen wurden ca. 20 km, vor allem auch hügeliges Gelände. War für mich sehr ungewohnt, da ich Steigungen bisher immer mied. Allerdings muss ich mir bei diesem Lauf eine Muskelzerrung zugezogen habe, die ich aber nicht richtig wahrgenommen habe. Denn bei meinem nächsten Lauf, ein paar Tage später in Forchheim über 16 km, musste ich bemerken, das ich bereits nach 4 km in der Wade schmerzen hatte, stellenweise tat das schon kräftig weh, aber ich wollte nicht aufgeben, ich musste das Ziel erreichen. Es war sehr warmes Wetter, trotz frühen Start um 09:00 Uhr und da für diesen Lauf eine Bundesstrasse gesperrt wurde, musste ich auch sehr früh vor Ort sein. Die Atmosphäre an der gesamten Strecke war sehr beeindruckend, es waren viele Zuschauer anwesend und man wurde immer wieder angefeuert. Ich lief eine Zeit von 01:28:34, mit dieser Zeit konnte ich zufrieden sein. Am nächsten Tag hatte ich wieder Schmerzen in der linken Wade. Ich kaufte Franzbrandwein Gel, rieb mich kräftig damit ein, und machte wieder am Mittwoch mein Training mit dem Klinikum Team über 14 km. Am folgenden Tag waren die Schmerzen dann noch schlimmer. Ich ging zum Arzt, wobei festgestellt wurde, das es eine Muskelzerrung ist. Zwischenzeitlich habe ich mich bereits für viele weitere Läufe angemeldet, die Wochenenden sind über mehrere Wochen verplant (siehe "meine Läufe"). Ich hoffe, das ich mich bald von meiner Muskelzerrung erhole, denn ich bin schon wieder im Lauffieber. Das Laufen bestimmt derzeit größtenteils an den Wochenenden meine Freizeit, aber dank meiner Familie, die mich tatkräftig in meinen Vorhaben unterstützt, ist dies kein Problem. Meine Tochter Claudia läuft bereits bei vielen Laufveranstaltungen mit, sofern diese angeboten werden. Ich wähle mittlerweile meine Laufveranstaltungen so aus, das möglichst Kinderläufe oder einfach kleinere Strecken für Claudia dabei sind und das Walking bzw. Nordic Walking mit angeboten wird, da sich meine Frau Erika auch entschlossen hat, sportlich aktiv zu werden. Somit kann die ganze Familie dabei sein. Nach meinen weiteren Zielen gefragt, würde ich antworten, baldmöglichst den ersten Marathon laufen zu können (Frühjahr 2005) dem sich hoffentlich noch viele anschliessen, und einen Ultralauf über 100 km (100 km von Biel in der Schweiz) zu machen. Zirndorf, 11. September 2004
| |||||||||